Inhalt ab 2018


2021

Heft 1: Black GI Children in Post-World War II Europe (Ingrid Bauer/Philipp Rohrbach, eds.)

This volume addresses an issue that was until recently taboo: children fathered by Black American GIs who were stationed in Europe during and after World War II and whose mothers were local citizens. They were born into societies that defined themselves as White and rejected this extremely visible portion of the so-called occupation children. Black and White are in this volume not (only) understood as descriptions of skin color, but above all as social constructs and political categories with racist attributions and effects. The authors of the contributions examine the manner in which these mixed-race children and their mothers were treated by their societies and the respective authorities; they assess the experiences and self-understandings of the individuals affected; they discuss their institutionalization and the strategy practiced by the youth welfare agencies of giving these children up for adoption abroad; and finally they highlight how African American couples in the USA interpreted the adoption of these mixed-race children from Europe as an act of Black resistance against White supremacy.


Heft 2: Nachkriegserfahrungen. Exklusion und Inklusion von Opfer- und Täter-Kollektiven nach 1945 (hg. v. Gerald Lamprecht/Heidemarie Uhl)

Die Etablierung einer demokratischen Nachkriegsordnung nach dem gewaltsamen Ende des NS-Regimes stellte die österreichische Politik und Gesellschaft vor vielfältige Herausforderungen. Neben den allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren es vor allem Fragen nach dem gesellschaftlichen Umgang mit den ehemaligen NationalsozialistInnen ebenso wie mit den tausenden Displaced Persons und Flüchtlingen. Die Beiträge dieses Heftes setzen sich am Beispiel der Steiermark mit Fragen der Entnazifizierung der Universitäten und Schulen ebenso auseinander wie mit der Situation jüdischer DP`s sowie den Kontinuitäten des Antisemitismus im Rahmen der justitiellen Aufarbeitung von NS-Gewaltverbrechen.


Heft 3: Sichtbare Frauen – unsichtbare Vergangenheiten. Zur Problematik von Straßen(um)benennungen im Kontext von österreichischen Wissenschaftspionierinnen (hg. v. Lisa Rettl/Linda Erker)

Straßen(um)benennungen haben seit den 2000er-Jahren Konjunktur: Politisch inakzeptabel erscheinen in den öffentlichen Erinnerungsdebatten mittlerweile Persönlichkeiten mit Nähe zum Nationalsozialismus. In Diskussion steht jedoch auch die Frage, auf welche Weise topografische Bezeichnungen Dominanzverhältnisse und hegemoniale Erinnerungsdiskurse abbilden. Aber der in diesem Kontext geäußerte Ruf nach mehr Gendergerechtigkeit und mehr Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum erweist sich im Zuge der gegenwärtigen Umbenennungspraktiken mitunter als paradoxes Rezept gegen politisch fragwürdige Ehrungen: Nicht wenige Wissenschafterinnen, die als akademische Pionierinnen und Wegbereiterinnen ihres Faches heute mit Straßennamen gewürdigt werden, waren auch politisch aktive Nationalsozialistinnen. An dieser anachronistisch anmutenden Praxis öffentlicher Gedächtnispolitiken setzt das vorliegende Heft an, indem es Perspektiven der Frauen- und Geschlechtergeschichte mit Biografie- und Wissenschaftsforschung verknüpft. Vorgestellt werden drei Wissenschafterinnen, nach denen zuletzt Straßen benannt wurden: Mathilde Uhlirz, Lore Kutschera und Margret Dietrich.


Heft 4: Weltenwende? Der politische Umbruch 1918/19 und die Frage nach dem Wesen der „Österreichischen Revolution“ (hg. v. Florian Wenninger)

Der Übergang von der monarchischen zur republikanischen Ordnung gestaltete sich in Österreich 1918/19 vorderhand relativ friedlich, evozierte aber langfristig wirksame Konfliktlinien, die der gesamten Ersten Republik ihren Stempel aufdrückten. Die Geschichtsschreibung verstand die „Österreichische Revolution“ (Otto Bauer) daher bislang vor allem als staatsrechtlichen Paradigmenwechsel. Die Beiträge in dieser Schwerpunktnummer erweitern die etablierte Sichtweise um eine Perspektive „von unten“. Sie gehen der Frage nach, wie Menschen abseits der politischen Eliten die Ereignisse erlebten und interpretierten. Wie versuchten ZeitgenossInnen, die zuvor nicht in Parteien oder politischen Organisationen aktiv gewesen waren, Einfluss auf die Vorgänge zu nehmen – und was waren ihre zugrundeliegenden Handlungsmotive? War die Transformation tatsächlich ein rein urbanes Phänomen und wie stellte sich die Situation abseits der Bundeshauptstadt Wien dar?

2020

Heft 1: World War One Veterans in Austria and Czechoslovakia (hg. v. Laurence Cole/Rudolf Kucera/Hannes Leidinger/Ina Markova)

The First World War massively changed the scale and nature of the “military veteran question” in Europe. The enormous impact of mass deaths and destruction, the demise of old empires, and the rise of new nation states resulting from total war made the fate of ex-soldiers into a key issue that shaped all societies in interwar Europe. The unprecedented number of combatants, together with the severity and frequency of injuries incurred in industrialized warfare, meant that the relationship between ex-soldiers and the state became a crucial issue for all governments, raising major questions about welfare provisions, social policy, party politics and national memory cultures. While there has been much recent research on war veterans in Germany and other European countries, other regions of Central and East-Central Europe have attracted noticeably less attention. For this reason, this special issue presents research on the comparative history of World War One veterans in Austria and Czechoslovakia. This transnational investigation breaks new ground by investigating two neighbouring states that showed distinct patterns of immediate post-war reconstruction, as well as of subsequent development. While the social and discursive environment formed by a prima facie hegemonic “culture of victory” shaped developments in Czechoslovakia, Austria, on the contrary, was seemingly shaped by a “culture of defeat.” As the articles show, however, there are good reasons for questioning the validity of this usual dichotomy between victory and defeat cultures, given that most of the “successor states” of the Habsburg Monarchy contained a mix of both.


Heft 2: Displaced-Persons-Forschung in Österreich und Deutschland (hg. v. Ingrid Böhler/Nikolaus Hagen/Philipp Strobl)

Das Heft gibt einen Einblick in die Displaced-Persons-Forschung (DPs) in Österreich und Deutschland. Vier Einzelbeiträge beleuchten das Phänomen dieser wohl größten Flüchtlings- und Zuwanderergruppe in Österreichs und Deutschlands jüngerer Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und präsentieren neue Ansätze. Die Autoren der Beiträge plädieren für akteurszentrierte, kulturgeschichtliche Zugänge und bringen damit Bewegung in das Forschungsfeld.


Sonderband 1/2020: Neue Universitäten. Österreich und Deutschland in den 1960er- und 1970er-Jahren (hg. v. Maria Wirth)

In den 1960er- und 1970er-Jahren befand sich die Universitätslandschaft im Umbruch. Auch in Österreich kam es mit der Errichtung von drei Hochschulen in Linz, Salzburg und Klagenfurt zu einem Ausbau des Universitätswesens. Diese Publikation rückt die Neugründungen mit einem Fokus auf die Frage, was »neu« an diesen Hochschulen sein sollte, in den Mittelpunkt. Zudem beleuchtet sie Veränderungen in der Bildungspolitik, im Hochschuldiskurs, auf Seiten der Studierenden und in der Universitätsarchitektur. Sie gibt einen Überblick über die Universitätsgründungen in Deutschland sowie deren Rezeption in Österreich und zeichnet mit der Hochschuldebatte in Vorarlberg auch eine Entwicklung nach, die zwar zu keiner Universitätsgründung, immerhin aber zur Errichtung einzelner akademischer Einrichtungen führte.


Heft 3: Wahrnehmungen des Nationalsozialismus: NS-Jugendtagebücher – KZ-Ärzte  – Entnazifizierungsdiskurse unter „Ehemaligen“ (hg. v. Bertrand Perz)

Tagebücher spielen als Quelle von individueller Diktaturerfahrung eine wichtige Rolle, auch in Bezug auf die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“. Die Analyse von Tagebüchern von Jugendlichen zeigt, dass zwischen ideologischen Vorgaben der „richtigen“ Darstellung des Nationalsozialismus und realer Textproduktion erhebliche Diskrepanzen und Spannungsverhältnisse bestanden. Dies wird sowohl an Tagebüchern der „Kinderlandverschickung“ als auch von drei österreichischen Angehörigen von NS-Jugendorganisationen deutlich. Eine andere Frage der Wahrnehmung der NS-Zeit wirft eine Analyse der Darstellung des KZ-Arztes Peter Hofer in Eugen Kogons „SS-Staat“ auf und zeigt die Notwendigkeit quellenkritischer Lektüre auch von Berichten ehemaliger KZ-Häftlinge. Der schon länger andauernden Dekonstruktion dieser das Bild der Konzentrationslager prägenden Publikation wird hier eine weitere Facette hinzugefügt, zugleich werden Forschungsdesiderata der KZ-Geschichte deutlich. Die sich im ersten Nachkriegsjahrzehnt verändernden Sichtweisen ehemaliger Nationalsozialisten auf die Entnazifizierungsbemühungen in Österreich zwischen Entlastungsstrategien,  Selbstviktimisierung und Forderungshaltung werfen einen erhellenden Blick auf das Fortleben nationalsozialistischer Wertevorstellungen in der Zweiten Republik durch die fatale Integration in das österreichische Opferkollektiv.


Heft 4: Annotieren – visualisieren – analysieren. Computergestützte qualitative Methoden für die Zeitgeschichte (hg. v. Ingrid Böhler, Andrea Brait, Sarah Oberbichler)

Wie können qualitativ Forschende in den Geschichtswissenschaften mit der zunehmenden Anzahl von retrodigitalisierten sowie digital entstandenen Quellen umgehen? Wie können digitale Werkzeuge in einem Forschungsprozess mit bereits etablierten Forschungsmethoden verknüpft werden? Wie verändert sich das wissenschaftliche Arbeiten, wenn anstelle von Lücken in der historischen Überlieferung nach komplexen Mustern in Informationsmassen gesucht werden muss? Das vorliegende Heft rückt methodische Herangehensweisen in den Vordergrund und zeigt anhand exemplarischer zeithistorischer Projekte sowie geschichtsdidaktischer Forschung zur Zeitgeschichte auf, welche Ergebnisse daraus gewonnen werden können.

 

2019

Heft 1: Geschichtspolitik im öffentlichen Raum (hg. v. Birgit Nemec/Florian Wenninger)
Ein weit verbreitetes Missverständnis besteht darin, in Straßennamen gleichsam die Geschichte einer Stadt lesen zu wollen. Tatsächlich bilden sie hegemoniale Verhältnisse ab: Herrschende Eliten schreiben ihre Werthaltungen in den öffentlichen Raum ein und werden hierbei mit Aneignungsprozessen und kritischen Gegenentwürfen konfrontiert. Fünf Fallbeispiele, von Israel über Ungarn und Spanien bis Belgien und Österreich, untersuchen im vorliegenden Heft Straßennamen als Instrumente nationaler wie kommunaler Geschichtspolitiken. Die jeweiligen nationalen Kontexte unterscheiden sich erheblich, je nach Land und untersuchter Epoche sind sie geprägt von postdiktatorischen und postkolonialen Diskursen ebenso wie von
ethnischen Konflikten. Gemeinsam ist ihnen die hohe affektive Aufladung des Symbols »Straßenname« vor dem Hintergrund rivalisierender politischer und historischer Identitäten. Die AutorInnen fragen nach AkteurInnen, Motiven sowie Strategien der Inskription und Aneignung und untersuchen typische Verläufe von Benennungs- und Umbenennungsdebatten.

Heft 2: The Memory of Guilt Revisited. The Slovenian Post- Socialist Remembrance Landscape in Transition (ed. by Oto Luthar/Heidemarie Uhl)

The collapse of the communist states is regarded as the starting point of the new Europe. With this turning point, historical narratives have had to be rewritten in the post-socialist countries. Focusing on the little known case of Slovenia, this issue of zeitgeschichte offers a comprehensive survey of the transformations affecting collective memory and the writing of history in one post-communist country. The essays analyze the ways in which Slovenian society has grappled with traumatic historical events and thus give insight into the ongoing struggle over the interpretation of Slovenia’s past. Given the proliferating illiberal tendencies in the political culture of numerous European countries, the strategies of historical revisionism described in this issue are likely to be of considerable interest not only to scholars interested specifically in the case of Slovenia.

Heft 3: Eine Friedensordnung für Europa? Der Vetrag von St. Germain im Kontext der Pariser Vororte-Verträge (hg. v. Anita Ziegerhofer)

Am 18. Jänner 1919 schien die gesamte Welt auf Paris zu blicken, als der französische Ministerpräsident Raymond Poincaré die Friedenskonferenz eröffnete. Man wollte einen dauerhaften Frieden für die gesamte Welt schließen und war dementsprechend motiviert. Doch bald sollte diese anfängliche Euphorie der harten politischen Realität weichen: Spätestens mit der Unterzeichnung des Vertrages von Versailles am 28. Juni 1919 war auch der österreichischen Delegation unter Karl Renner bewusst, dass es wenig Verhandlungsspielraum gab und man sich mit einem „Friedensdiktat“ abfinden müsse. Im ersten Beitrag werden die Pariser Friedensverhandlungen und die Rolle der österreichischen Delegation thematisiert. Die beiden folgenden Beiträge beleuchten wesentliche und weitreichende Inhalte des Vertrages von St. Germain: die Minderheitenfrage und das „Anschlußverbot“ und die Minderheitenfrage. Der letzte Artikel weist auf die globale Dimension des Vertrages hin: Österreich musste das Opiumabkommen von 1912 unterzeichnen.

Heft 4: Gedenkjahr 2018 (hg. v. Dirk Rupnow/Heidemarie Uhl)

Gedenktage eröffnen immer wieder eine öffentlich-mediale Arena für die Neuverhandlung des Gedächtnisses. Dabei verweist das zu Ende des 20. Jahrhunderts entstandene Format »Gedenkjahr« auf ein gesteigertes Interesse für die Auseinandersetzung mit einer traumatischen Vergangenheit. Vor diesem Hintergrund wurde 2018 in Österreich ein »Supergedenkjahr« mit zwei Brennpunkten begangen: 100 Jahre Gründung der Republik Österreich 1918 und 70 Jahre »Anschluss« 1938. Die Ende 2017 geschlossene Koalition von ÖVP und FPÖ verlieh der Frage nach dem Umgang des offiziellen Österreich mit seiner Vergangenheit zusätzliche Brisanz. Die Analyse der politischen und öffentlichen Kommunikation im Gedenkjahr 2019 orientiert sich an methodisch innovativen Forschungsperspektiven: u.a. werden die offiziellen Social-Media-Einträge zentraler politischer Akteure mittels einer multimodalen qualitativen Inhaltsanalyse untersucht und der Austrian Media Corpus (AMC), eines der größten digitalen Text-Corpora im gesamten deutschen Sprachraum, in einem Digital Humanities-Pilotprojekt mit Text Mining-Methoden im Hinblick auf eine computergestützte, (semi-)automatische Erschließung semantischer Inhalte ausgewertet. Die Beiträge geben einen Einblick in die Debatten und Kontroversen des Gedenkjahres 2018, darüber hinaus aber auch in die neuen methodischen Potentiale einer Verschränkung zeitgeschichtlicher Fragestellungen mit Verfahren der Digital Humanities.

2018
(ab diesem Jg. erscheint die zeitgeschichte bei V&R unipress, Göttingen)


Heft 1: Gewalteskalation und Kriegsgräuel im Ersten Weltkrieg
(hg. v. Wolfgang Weber/Adina Seeger)

Gewalt, Gräuel und Verbrechen sind drei Fahnenwörter, mit welchen das Elend des Ersten Weltkrieges beschrieben werden kann. Im vorliegenden Heft werden neue Forschungen zur Gewalteskalation des Ersten Weltkrieges präsentiert und daraus resultierende Diskurse in den Kriegs- und Nachkriegsgesellschaften nachgezeichnet.Hannes Leidinger erörtert den Einfluss der k.u.k. Kriegsverbrechen auf die posthabs-burgische Gesellschaft und ihre innenpolitischen Diskurse in der Ersten Republik. Verena Moritz analysiert in ihrem Beitrag die Behandlung von Kriegsgefangenen als Gegenstand der österreichischen Pressepropaganda von 1914 bis 1918. Daniel Marc Segesser setzt sich am Beispiel internationaler juristischer Debatten über Gewalt, Gräuel und Verbrechen mit dem Diktum des Ersten Weltkrieges als Katastrophe der Wissenschaft auseinander. Oswald Überegger untersucht am Beispiel des Bewegungskrieges diverse Faktoren der Gewalteskalation in militärischen Offensiven.

Heft 2: Krieg und Fotografie. Neue Aspekte einer alten Beziehung in transnationaler und postkolonialer Perspektive (hg. v. Markus Wurzer/Birgit Kirchmayr)
Die Verbindungslinien zwischen Fotografie und Krieg sind vielfältig. Bereits seit rund drei Jahrzehnten sind diese Gegenstand historischen Erkenntnisinteresses. In den letzten Jahren haben kultur- und medienwissenschaftlich informierte Ansätze fotogeschichtliche Grundlagen erweitert und neue Fragestellungen geöffnet. Nachdem lange Zeit vor allem Fotografie aus den Weltkriegen forschungsrelevant gewesen ist, rücken nun auch fotografische Praktiken im Kontext anderer Konflikte in den Fokus. Das vorliegende Heft schließt an diese innovativen Forschungstendenzen an und versammelt vier Beiträge, die sich unterschiedlicher Ansätze bedienend mit Fotografien aus Kriegen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschäftigen, die geografisch außerhalb oder an den Rändern Europas stattfanden. Welche Vorstellungen (re-)produzierten Fotografien im Kommunikationszusammenhang des Krieges von der Welt, vom Eigenen und Fremden sowie von Machtbeziehungen? Wie wurden sie dazu von AkteurInnen angeeignet, verwendet, missbraucht und wie wurden dabei bestehende Deutungen affirmiert, modifiziert oder gebrochen?


Heft 3: Landwirtschaft und Ernährung im Nationalsozialismus (hg. v. Ernst Langthaler/Ina Markova)

Die Themen Landwirtschaft und Ernährung im Nationalsozialismus erhalten in der Forschung in den letzten Jahren zu Recht mehr Aufmerksamkeit, vermögen sie doch zentrale Aspekte nationalsozialistischer Herrschaft und der Alltagspraxis der davon erfassten Bevölkerungsgruppen zu untersuchen. Die Beiträge dieses Heftes beleuchten die Ernährung als Mobilisierungs- und Repressionsinstrument des NS-Regimes, die NS-Ära als Schwellenzeit der Agrarmodernisierung, die landwirtschaftliche Pacht als Durchstaatlichung der Agrargesellschaft, die ökonomische und ideologische Rolle des Bergbauerntums sowie die agrarwissenschaftliche Forschung im Nationalsozialismus. Das vorliegende Themenheft wirft nicht nur neues Licht auf einen scheinbar altbekannten Gegenstand, sondern vermag auch Anregungen für weitere Forschungen zur Landwirtschaft und Ernährung im Nationalsozialismus zu liefern.

Heft 4: Reflections on Camps – Space, Agency, Materiality (Antje Senarclens de Grancy/Heidrun Zettelbauer, eds.)
Camps as a global and ubiquitous mass phenomenon of the present and a flexible isolation tool for/against specific socially, politically, or ethnically defined groups are at the centre of current policies and societal debates. In the present volume, the authors explore camps as (cultural) spaces in a broad sense and deal with their complex dimensions as sites of the Modern. They examine camp spaces and their social configurations, physical/architectural qualities, symbolic functions as well as cultural representations in an intent to define the inscribed ambivalences, inconsistencies and paradoxes of the phenomenon. Positioned within different disciplinary contexts (Contemporary History, Visual Studies, Architectural History, Refugee and Gender Studies), the assembled articles present a wide range of understandings and approaches to space, materiality and the relations between governance and agency. The contributors stress the entanglement of social structures, cultural discourse, institutionalisation, individual perception and appropriation. They show how the issue of camps can serve as cross-sectional matter for researchers in different fields in Cultural Theory and Contemporary History.


Die Jahrgänge 1973 - 2018 finden Sie auf der Internetplattform ANNO / AustriaN Newspapers Online bei der Österreichischen Nationalbibliothek.